01
Laserwald
nach dem Kinderlied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“
Ein kleiner Fuchs läuft allein in einen Wald. Aber dieser Wald besteht aus Licht, Lasern und Bass. Was als zarte Music-Box-Melodie beginnt, kippt in einen hypnotischen Rave-Sog: Der Fuchs hat keine Angst mehr, er tanzt. Der Track spielt mit der Sehnsucht, sich in etwas Größerem zu verlieren, und der Erkenntnis, dass man sich dabei nicht verliert, sondern findet. Am Ende will er gar nicht mehr zurück. Und ehrlich gesagt: Wer will das schon, wenn der Wald so leuchtet?
02
Hans im Glück
nach dem Märchen der Brüder Grimm
Das vielleicht am meisten missverstandene Märchen der Grimms, und heimlich die perfekte Rave-Parabel. Hans tauscht Gold gegen Pferd, Pferd gegen Kuh, immer weiter, bis er nichts mehr hat. Die Welt nennt ihn einen Narren. Aber Hans wird mit jedem Tausch leichter, und genau darum geht es: loslassen, bis nur noch der Beat bleibt. Der Track begleitet seine Tauschkette durch Builds und Drops, bis im großen Breakdown der letzte Stein fällt und Hans mit leeren Händen der reichste Mensch der Nacht ist. Ein Stück über die Freiheit, die entsteht, wenn man aufhört festzuhalten.
03
Der Kuss ist der Drop
nach Dornröschen
Hundert Jahre schläft das Schloss. Hundert Jahre Stille, Dornen, Staub. Und dann kommt kein Prinz auf einem Pferd, sondern ein DJ. Der Track baut die berühmteste Wartezeit der Märchenwelt als langen, atmosphärischen Breakdown, in dem eine traumhaft süße Stimme vom Warten erzählt. Und dann kommt der Moment, auf den alles zuläuft: Der Kuss ist der Drop. Der Bass weckt das ganze Schloss, die Dornen blühen, und wer hundert Jahre geschlafen hat, hat keine Zeit mehr zu verlieren. Ein Track über das Erwachen, und darüber, dass es nie zu spät ist, wach zu werden.
04
Spieglein
nach Schneewittchen
„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat den geilsten Rave im Land?“ Die freche Umdeutung des berühmtesten Spiegels der Literaturgeschichte. Hier fragt niemand mehr nach Schönheit: Der vergiftete Apfel wird ausgeschlagen, der Schlaf verweigert, die Nacht durchgetanzt. Dunkel, glitzernd und mit einem Augenzwinkern erzählt der Track von einer Befreiung: weg vom Spiegel, der bewertet, hin zum Spiegel, der nur noch Licht und Klang zeigt. Und am Ende antwortet er tatsächlich. Die Antwort dürfte niemanden überraschen.
05
Rotkäppchen
nach dem Märchen der Brüder Grimm
„Warum hast du so große Boxen?“ „Damit ich dich besser hören kann.“ Das ikonische Frage-und-Antwort-Spiel des Märchens wird hier zum Call-and-Response zwischen einer süßen, unschuldigen Stimme und einem tiefen, dunklen Wolf. Doch die Spannung, die im Original Angst macht, wird hier zum Sog: Der Wolf ist der Bass, der Wald ist der Floor, und Rotkäppchen läuft nicht weg, es tanzt. Kein Jäger nötig, kein böses Ende. Ein Track darüber, dass manche Wölfe gar nicht fressen wollen, sondern nur jemanden zum Tanzen suchen.
06
Der Rattenfänger
nach der Sage vom Rattenfänger von Hameln
Die älteste Rave-Geschichte der Welt, wenn man ehrlich ist: Ein Fremder kommt in die Stadt, spielt eine Melodie, und alle folgen ihm. Niemand kann widerstehen, niemand kehrt zurück. Der Track nimmt das hypnotische Flöten-Motiv der Sage und lässt es langsam vom Acid verschlucken, während eine verführerische Stimme zum Folgen einlädt. Auch der Betrug der Stadt kommt vor. Aber dieser Rattenfänger nimmt niemanden aus Rache mit: Er nimmt alle mit, weil dem Klang einfach keiner widersteht. Ein Stück über den Sog der Musik selbst.
07
Rumpelstilzchen
nach dem Märchen der Brüder Grimm
Der härteste Track der Reihe: stampfend, dunkel, hypnotisch. Das Männlein, das nachts ums Feuer tanzt und dessen Name das große Geheimnis ist, bekommt hier einen Beat, der sich buchstäblich in den Boden stampft. „Niemand kennt meinen Namen“ wird zum bedrohlich treibenden Mantra. Doch der Twist im Breakdown dreht das Märchen um: Wenn der Name doch fällt, zerbricht nicht das Männlein, sondern nur der Bann. Und wer seinen Bann verliert, tanzt zum ersten Mal frei. Ein Track über Geheimnisse und die Erleichterung, sie loszuwerden.
08
Knusperhaus
nach Hänsel und Gretel
Das Knusperhaus steht noch. Aber es ist jetzt ein Club. Die Hexe legt auf, der Ofen glüht als Tanzfläche, und das verführerische „Knusper, knusper“ lockt nicht mehr mit Lebkuchen, sondern mit dem fettesten Beat des Waldes. Süß und gefährlich zugleich spielt der Track mit der Verlockung des Originals, dreht aber das Finale ins Helle: Zwei, die zusammenhalten, drehen den Spieß um. Die Hexe fällt, der Bann verbrennt, und die Nacht gehört den Geschwistern. Ein Zuckerrausch mit dunklem Kern und hellem Ende.